Fred SchollDas Plattensammeln reicht bei Fred Scholl zurück bis in die Anfang Achtziger, als er sich aus seiner ersten musikalischen großen Liebe zu den Beatles alle deren Scheiben zulegte. Bis zum Plattenauflegen sollte es dann aber fast 18 Jahre dauern. In der Zeit seiner Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen durchlief Fred Scholl auch musikalisch einige Entwicklungsstufen, die so manches Genre streifte und ihn auch zwischenzeitlich in der einen oder anderen Szene verweilen ließ: von Trash Metal über Hardcore und britischen Indiesound hin zur schwarzen Musik wie Soul, Funk, Hip Hop und Jazz war die musikalische Sozialisation wie eine Änderung der Vorliebe von Dosenbier hin zu teurem Wein.

Die Plattensammlung wuchs beständig in der Menge sowie in eine diversifizierte Anzahl von Musikgenres in die Breite. Als die erste Anfrage zum Auflegen da war, entschloss sich der spät berufene DJ Fred Scholl seinen Fokus auf Soul, Funk, Acidjazz und Nujazz zu legen. Auch als Schlagzeuger ließ er sich von der aktuellen Dancemusik Mitte der Neunziger, die hauptsächlich englisch geprägt war, mitreißen: Trip Hop aus Bristol, Jungle aus London, und die Vermischung von Rock und Dance im Rave Sound der Manchester Bands. Anno 1997 war das große Jahr von Kruder und Dorfmeister, die zuerst mit DJ Kicks und dann mit den K+D Sessions für Furore sorgten. Dem Sound der Wiener Dubfunkspezialisten verpflichtet, war es für Fred Scholl eine Ehre im Jahr 2001 mit dem Labelchef der K+D Soundaffinen Vienna Scientists gemeinsam in Saarbrücken aufzulegen. Jürgen Drimal wurde nach dieser Nacht ein Grund zum Besuch der Österreichischen Hauptstadt, wo er immer mehr DJs und Produzenten aus einem ähnlichen musikalischen Lager kennen lernte. Während der Zeit als Disponent im CD Fachhandel veranstaltete Scholl mehrere Gigs mit dem Wiener Wissenschaftler in Saarbrücken. Zur Krönung seiner eigenen Wünsche lud er das große Vorbild Richard Dorfmeister zu sich nach Hause ein. Zwei Jahre später gab es kein Halten mehr: Nachdem Fred Scholl mit seinem Freund Stegan Klauck als Duo Legal Subs einen Remix für Inverse Cinematics auf dem englischen Label Fluid Ounce landen konnten und eine Nummer auf dem Sampler Vienna Scientists IV erscheinen sollte, zog Fred Scholl mit Sack und Pack nach Wien. Dort half er Jürgen Drimal bei der Promotion für eben diesen Tonträger, buchte europaweit DJ Gigs für das dynamische Duo und bewarb eine hauseigene Veranstaltung die regelmäßig im Volksgarten Wien stattfand.
Als Eventpromoter und Booker konnte er nachträglich weiterhin international auch als DJ tätig sein. Beim Electricity Festival 2006 machte er mit den zum Bandprojekt angewachsenen Legal Subs seinen ersten Liveauftritt als Schlagzeuger im Rahmen einer elektronischen Produktion. Der Kreis schließt sich. Mittlerweile ist Fred Scholl stilistisch nicht mehr an irgendwelche Genres gebunden sondern mischt einen wilden Mix aus allem was zwingend eine hohe Musikalität erfordert. Dabei erzählt er jedes Mal eine neue Geschichte, die ihre Spannung aus der Unberechenbarkeit bezieht.
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